Kalk lässt sich meistens nicht durch mehr Kraft entfernen, sondern durch das passende Mittel und genügend Einwirkzeit. Wer auf einen trockenen Kalkrand sofort mit einem harten Schwamm losgeht, macht sich die Arbeit oft schwerer und riskiert Kratzer. Eine milde Säure kann die Ablagerung lösen, während ein weiches Tuch nur noch die Reste abnimmt.
Das funktioniert allerdings nicht auf jeder Oberfläche. Marmor, viele Natursteine, empfindliche Beschichtungen, Dichtungen und manche Armaturen dürfen nicht mit Säure behandelt werden. Außerdem ist nicht alles, was weiß oder grau aussieht, reiner Kalk. Kalkseife, Rost, Schimmel und alte Reinigungsmittelreste brauchen teilweise eine andere Vorgehensweise.
Was Kalk eigentlich ist
Kalkablagerungen entstehen, wenn Wasser mit Calcium- und Magnesiumverbindungen auf einer Oberfläche verdunstet. Zurück bleibt vor allem Calciumcarbonat. Je härter das Wasser, desto schneller werden aus einzelnen Tropfen sichtbare Ränder und schließlich feste Schichten.
Säuren reagieren mit Calciumcarbonat. Dabei wird die mineralische Ablagerung gelöst. Kleine Bläschen entstehen, weil bei der Reaktion Kohlendioxid freigesetzt wird. Zitronensäure, Essigsäure, Milchsäure und manche fertigen Entkalker können deshalb gegen Kalk wirksam sein.
Stärker ist dabei nicht automatisch besser. Eine konzentrierte Säure löst Kalk zwar schnell, kann aber gleichzeitig Chrom, Beschichtungen, Fugen oder Dichtungen schädigen. Entscheidend sind immer drei Dinge: die Oberfläche, die Konzentration und die Einwirkzeit.
Woran du erkennst, womit du es zu tun hast
Gewöhnlicher Kalk
Kalk ist meist weiß, kreidig oder glasig. Er sitzt an Armaturen, Duschwänden, Wasserkochern, Fliesen, Waschbecken und Toiletten. Ein Tropfen Zitronensäure oder Entkalker lässt die Oberfläche häufig leicht schäumen.
Kalkseife
Kalkseife entsteht, wenn sich mineralhaltiges Wasser mit Seifen- und Fettresten verbindet. Sie wirkt eher grau, schmierig oder matt und sitzt besonders gern an Badewannen, Duschwänden, Fliesen und Armaturen.
Bei Kalkseife reicht Säure allein nicht immer aus. Zuerst werden Fett und Seifenreste mit warmem Wasser und etwas Spülmittel gelöst. Danach wird die Fläche mit klarem Wasser abgespült und erst dann gegen den mineralischen Kalk behandelt. Säure und Spülmittel werden nicht in einer Flasche zusammengemischt. Du arbeitest nacheinander und spülst dazwischen gründlich.
Rost und Metallablagerungen
Rötlich-braune Flecken sind kein normaler Kalk. Ein Kalkreiniger kann bei Rost wenig ausrichten. Auch Scheuermittel machen die Sache nicht automatisch besser, sondern können die Oberfläche verkratzen. Prüfe zuerst, ob die Oberfläche laut Hersteller für einen geeigneten Rostentferner geeignet ist.
Schimmel und dunkle Fugen
Schwarze Punkte in Silikonfugen sind nicht einfach Kalk. Säure entfernt Schimmel nicht zuverlässig. Bei stark befallenen oder dauerhaft feuchten Silikonfugen ist oft eine Erneuerung der Fuge sinnvoller als ständiges Reinigen.
Alte Reinigungsmittelreste
Weiße Schlieren können auch von überdosiertem Reiniger stammen. Wische die Fläche zunächst mehrmals mit klarem Wasser ab. Erst wenn eine feste mineralische Kruste bleibt, ist ein Kalkreiniger sinnvoll.
Die Grundregel: einweichen statt schrubben
Bei den meisten geeigneten Oberflächen gehst du so vor:
- Entferne zuerst Staub, Haare, Fett und lose Verschmutzungen.
- Teste das Mittel an einer unauffälligen Stelle.
- Trage den Reiniger gezielt auf, am besten auf ein Tuch oder einen Schwamm.
- Lass ihn kurz einwirken, ohne die Fläche antrocknen zu lassen.
- Wische die aufgeweichte Ablagerung mit einem weichen Tuch ab.
- Spüle gründlich mit klarem Wasser nach.
- Trockne die Oberfläche, damit nicht sofort neue Tropfen antrocknen.
Bei senkrechten Flächen hilft ein getränktes Tuch. Es hält die Lösung länger am Kalk, ohne dass die ganze Wand mit Reiniger besprüht werden muss. Auf Armaturen wird der Reiniger nicht direkt gesprüht. So gelangt weniger Flüssigkeit in Fugen, Öffnungen und das Innere der Armatur.
Zitronensäure: die vielseitigste Option
Zitronensäure eignet sich für viele kalkhaltige Ablagerungen und riecht weniger stechend als Essig. Sie ist als Pulver oder bereits flüssig erhältlich. Bei Pulver orientierst du dich an der Packungsangabe. Eine zu starke Mischung bringt nicht automatisch ein besseres Ergebnis.
Für einen einfachen Badreiniger kannst du nach einem erprobten Rezept 500 Milliliter Wasser, einen Esslöffel Spülmittel und einen Esslöffel flüssige Zitronensäure verwenden. Das Spülmittel löst vor allem Fett und Seifenreste, die Zitronensäure den mineralischen Kalk. Die Mischung wird beschriftet und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt.
Diese Lösung ist für viele säurefeste Fliesen, Glasflächen und geeignete Sanitärflächen brauchbar. Nicht geeignet ist sie für Marmor, Kalkstein und andere säureempfindliche Natursteine. Auch bei Armaturen, Beschichtungen und Dichtungen gelten die Pflegehinweise des Herstellers.
Lass Zitronensäure auf einer Armatur nicht lange stehen. Bei leichter Verkalkung reichen oft wenige Minuten. Für einen Perlator können ungefähr zehn Minuten in einer milden Lösung ausreichen. Anschließend wird gründlich gespült und trocken gewischt.
Wichtig bei warmer Zitronensäure
Zitronensäure darf nicht einfach aufgekocht werden. Bei zu hoher Temperatur kann sich Calciumcitrat bilden, ein weißer Belag, der hartnäckiger sein kann als der ursprüngliche Kalk. Für Armaturen und Wasserkocher wird deshalb kaltes bis lauwarmes Wasser verwendet, bei empfindlichen Anwendungen unter etwa 40 °C.
Essig und Essigessenz: wirksam, aber nicht überall sinnvoll
Essig löst Kalk. Trotzdem ist er nicht das beste Mittel für jede Stelle. Essigsäure kann verchromte Oberflächen, Dichtungen, Silikon und bestimmte Kunststoffe angreifen. Essigessenz ist deutlich konzentrierter und kann bei falscher Dosierung ätzend wirken. Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass Essigessenz Armaturen und verchromte Teile schädigen kann.
Wenn du Essig verwendest, dann nur verdünnt, kurzzeitig und auf einer dafür geeigneten Oberfläche. Danach wird gründlich mit Wasser nachgespült. Nicht über Nacht auf Chrom, Silikon, Gummi oder beschichteten Flächen liegen lassen.
Für einen Duschkopf ist Zitronensäure meist die bessere Wahl. Verbraucherhinweise warnen davor, Essig an Dichtungen einzusetzen, weil diese spröde werden können.
Fertige Entkalker: wann sie sinnvoll sind
Ein fertiger Entkalker ist praktisch, wenn eine genaue Anwendung für ein Gerät oder eine bestimmte Oberfläche vorgegeben ist. Bei Kaffeemaschinen, Kaffeevollautomaten, Waschmaschinen und Geschirrspülern sollte die Bedienungsanleitung Vorrang haben. In diesen Geräten sitzen Dichtungen, Pumpen und verschiedene Metalle, die nicht jede Säure gleich gut vertragen.
Achte bei der Auswahl auf die empfohlene Säure und die Dosierung. Manche Entkalker enthaltrn Sulfamidsäure oder Amidosulfonsäure. Diese Säure ist biologisch schwer abbaubar und kann Wasserorganismen langfristig schädigen. Organische Säuren wie Zitronen-, Milch-, Apfel- oder Essigsäure sind aus Umweltsicht oft die günstigere Wahl, sofern der Gerätehersteller sie freigibt.
„Umweltfreundlich“ auf der Vorderseite einer Flasche ist kein Ersatz für einen Blick ins Datenblatt. Die Einwirkzeit wird bei Geräten nicht verlängert, nur weil die Ablagerung stark ist. Danach wird sofort mit klarem Wasser gespült.
Wasserhahn und Armaturen entkalken
Armaturen sehen häufig nach massivem Chrom aus, können aber verchromten Kunststoff oder eine dünne Beschichtung enthalten. Unter der Oberfläche liegt bei vielen Armaturen ein empfindlicher Messingkörper. Grobe Schwämme und starke Säuren können die Oberfläche dauerhaft matt machen.
Leichte Kalkränder
- Gib ein wenig milden Zitronensäure-Reiniger auf ein weiches Baumwolltuch.
- Wische den Kalkrand vorsichtig ab.
- Lass das Tuch höchstens wenige Minuten auf der Stelle liegen, wenn der Belag fester ist.
- Spüle mit reichlich klarem Wasser nach.
- Trockne mit einem weichen Tuch.
Nicht direkt auf die Armatur sprühen. So vermeidest du Sprühnebel und verhinderst, dass der Reiniger in Öffnungen läuft. Vermeide Scheuermilch, harte Bürsten, Stahlwolle und grobe Mikrofasertücher. Hansgrohe empfiehlt bei eigenen Armaturen ein weiches Baumwolltuch und einen milden Reiniger auf Zitronensäurebasis.
Verkalkter Perlator
Schraube den kleinen Luftsprudler am Auslauf vorsichtig ab. Bei manchen Modellen brauchst du eine Zange, die du mit einem Tuch schützt. Lege den Perlator in eine milde Zitronensäurelösung und prüfe nach etwa zehn Minuten, ob sich die Ablagerungen lösen.
Spüle das Sieb danach unter fließendem Wasser aus. Bei sehr feinen Sieben hilft eine weiche Zahnbürste, aber ohne Druck. Baue den Perlator wieder ein und lass zunächst einige Sekunden Wasser laufen, damit gelöste Rückstände ausgespült werden.
Kann der Perlator nicht abgeschraubt werden, wird ein kleines, mit Entkalkerlösung gefülltes Gefäß oder ein getränktes Tuch so befestigt, dass nur der verkalkte Auslauf benetzt wird. Nach kurzer Einwirkzeit wird gründlich gespült.
Duschkopf und Handbrause
Wenn der Wasserstrahl schwächer wird oder in viele Richtungen spritzt, sitzt Kalk häufig in den Düsen. Hat der Duschkopf flexible Silikonnoppen, kannst du lose Ablagerungen zuerst mit dem Finger abrubbeln.
Für stärkeren Kalk schraubst du die Handbrause ab und legst sie in eine milde Zitronensäurelösung. Halte dich an die Herstellerangabe. Bei vielen geeigneten Produkten reichen etwa zehn Minuten. Ein langes Einlegen über Nacht ist nicht grundsätzlich besser und kann Dichtungen oder Beschichtungen belasten.
Spüle die Brause danach gründlich von allen Seiten durch. Lasse zuerst warmes und anschließend kaltes Wasser laufen, bis keine gelösten Krümel mehr kommen.
Bei einer fest montierten Regendusche trägst du den Reiniger mit einem Schwamm oder Tuch auf. Arbeite in kleinen Abschnitten und stelle einen Timer. Danach wird mit klarem Wasser abgespült. Achte darauf, dass die Lösung nicht auf Naturstein, Holz, Metallprofile oder empfindliche Fugen tropft.
Duschwände und Glas
Auf Glas funktioniert ein milder saurer Reiniger meist gut. Entferne zuerst Seifenfilm mit warmem Wasser und einem Tropfen Spülmittel. Spüle die Fläche ab, bevor du den Kalkreiniger aufträgst.
Bei senkrechten Duschwänden wird ein Tuch oder ein weicher Schwamm getränkt und abschnittsweise aufgelegt. So bleibt die Säure am Kalk, statt sofort nach unten zu laufen. Lass sie einige Minuten wirken und prüfe an einer kleinen Stelle, ob sich die Ablagerung mit dem Tuch abnehmen lässt.
Bei sehr dicken Belägen wiederholst du die kurze Einwirkphase lieber mehrmals. Ein harter Glasschaber ist nur dann sinnvoll, wenn der Hersteller der Duschwand ihn freigibt und die Klinge sauber sowie flach geführt wird. Auf beschichteten Glasflächen können Kratzer oder beschädigte Schutzschichten entstehen.
Nach dem Spülen wird die Wand mit einem Abzieher und einem trockenen Tuch bearbeitet. Das verhindert, dass du den gelösten Kalk gleich wieder eintrocknen lässt.
Fliesen und Fugen
Keramische Fliesen sind meistens säurebeständiger als Naturstein. Trotzdem können Glasuren, Dekore und Metallkanten empfindlich reagieren. Teste den Reiniger an einer verdeckten Stelle.
Mineralische Fugen sind schwieriger. Säure kann den zementären Fugenmörtel angreifen, besonders wenn sie trocken und saugfähig ist. Feuchte die Fugen deshalb vorher mit klarem Wasser an. Sie nehmen dann weniger konzentrierten Reiniger auf. Arbeite nicht mit einer großen Pfütze, sondern nur mit einer gleichmäßig feuchten Oberfläche.
Trage den Reiniger bei senkrechten Flächen von unten nach oben auf. So läuft keine konzentrierte Flüssigkeit über eine noch trockene Fuge. Lass ihn nur kurz einwirken, bürste vorsichtig mit einer weichen Bürste und spüle gründlich nach.
Bei Natursteinfliesen gilt diese Methode nicht. Marmor, Kalkstein, Travertin und viele andere Natursteine können durch jede saure Flüssigkeit matt oder fleckig werden. Dafür verwendest du einen vom Steinhersteller freigegebenen pH-neutralen Natursteinreiniger.
Waschbecken, Badewanne und Dusche
In Waschbecken und Badewannen liegt oft eine Mischung aus Kalkseife, Hautfett und Shampoo-Resten. Zuerst wird die Oberfläche mit warmem Wasser und einem milden Spülmittel gereinigt. Danach wird abgespült.
Auf säurefesten Keramik- oder geeigneten Kunststoffflächen kannst du anschließend einen Zitronensäure-Reiniger auftragen. Bei einem Rand am Ablauf hilft ein getränktes Tuch, das wenige Minuten aufliegt. Danach wird die aufgeweichte Schicht mit einem weichen Tuch entfernt.
Acrylbadewannen und beschichtete Wannen dürfen nicht automatisch mit jedem Badreiniger behandelt werden. Manche Oberflächen werden matt oder bekommen feine Kratzer. Verwende die Pflegeangaben des Herstellers und verzichte auf Scheuerpulver.
Bei einer Badewanne aus Marmor oder Naturstein ist Säure tabu. Dort werden Wasserflecken mit einem weichen Tuch und einem geeigneten Neutralreiniger entfernt.
Toilette und Urinstein
Kalk im WC sitzt gern unter dem Rand, am Wasserstand und in Bereichen, an denen Urin mit mineralischen Ablagerungen reagiert. Diese Mischung wird häufig als Urinstein bezeichnet. Eine normale WC-Bürste erreicht die feste Schicht dann kaum noch.
Leichte bis mittlere Ablagerungen
- Drücke das Wasser in der Schüssel mit der Bürste in Richtung Abfluss, damit der Wasserstand etwas sinkt.
- Trage einen geeigneten sauren WC-Reiniger oder Zitronensäurelösung auf die betroffenen Stellen auf.
- Lass das Mittel nach Etikett einwirken.
- Bürste anschließend mit einer normalen WC-Bürste nach.
- Spüle gründlich.
Bei der Toilette darf der Reiniger länger wirken als auf einer verchromten Armatur, aber auch hier zählt die Produktangabe. Achte auf Metallteile, Dichtungen und Kunststoffflächen. Sehr aggressive Salzsäure- oder Ameisensäureprodukte sind im normalen Haushalt nicht nötig.
Sehr dicker Urinstein
Bei einer dicken Schicht bringt es wenig, einfach immer mehr Säure nachzugießen. Senke den Wasserstand, trage ein Gel auf und wiederhole den Vorgang nach Herstellerangabe. Erst wenn der Belag aufgeweicht ist, kann vorsichtig mechanisch nachgearbeitet werden.
Ein Bimsstein kann auf unglasierter oder glasierter Keramik helfen, wenn er vollständig nass ist und nur sehr vorsichtig verwendet wird. Er darf niemals auf Kunststoff, Metall, Acryl oder beschichteten Flächen eingesetzt werden. Bei unsicherer Oberfläche bleibt ein weicher WC-Schaber die sicherere Wahl.
WC-Reiniger und Chlorreiniger werden niemals nacheinander ohne gründliches Spülen verwendet. Saure Reiniger dürfen nicht auf Chlorreste treffen, weil gefährliches Chlorgas entstehen kann.
Wasserkocher entkalken
Im Wasserkocher reicht meistens Zitronensäure. Fülle das Gerät so weit, dass die Kalkstellen bedeckt sind. Löse die vom Hersteller oder Produkt angegebene Menge in kaltem oder lauwarmem Wasser auf.
Lass die Lösung mindestens eine Stunde einwirken. Bei einer dicken Schicht wird der Vorgang wiederholt, statt die Säure immer stärker zu dosieren. Die Lösung wird nicht aufgekocht. Durch zu hohe Temperatur kann Calciumcitrat entstehen, das als weißer und hartnäckiger Belag zurückbleibt.
Leere den Wasserkocher, spüle ihn gründlich aus und koche anschließend ein bis zwei Füllungen klares Wasser auf. Diese werden weggeschüttet.
Bei beschichteten Geräten oder besonderen Heizsystemen hat die Bedienungsanleitung Vorrang. Verwende keine Scheuerschwämme an der Heizplatte.
Kaffeemaschine, Kaffeevollautomat, Waschmaschine und Geschirrspüler
Bei Geräten mit Pumpen, Dichtungen und feinen Leitungen ist ein beliebiger Hausmittelmix keine gute Abkürzung. Verwende den Entkalker, den der Hersteller freigibt, und halte dich an die vorgeschriebene Menge sowie das Programm.
Die Lösung wird nicht über Nacht im Gerät gelassen. Nach dem Entkalken folgen die vorgesehenen Spülgänge. Bei Kaffeevollautomaten reicht ein kurzer Geschmackstest nicht als Sicherheit. Spüle so lange, wie es die Anleitung verlangt.
Waschmaschine und Geschirrspüler werden ebenfalls nach Herstellerangabe entkalkt. Eine saure Lösung kann nicht nur Kalk, sondern auch Dichtungen und bestimmte Metallteile beeinflussen. Wenn du ein ökologisch günstigeres Produkt verwenden möchtest, prüfe zuerst, ob Zitronen- oder Milchsäure für dein Gerät zugelassen ist.
Was bei Naturstein, Marmor und empfindlichen Flächen gilt
Säure und Kalkstein gehören chemisch nicht zusammen. Marmor, Travertin, Kalkstein und viele weitere Natursteine können durch Essig, Zitronensäure, Entkalker, Zitronensaft und sogar saure Lebensmittel angeätzt werden. Die Oberfläche wird matt oder bekommt helle Flecken. Das ist kein Kalkfilm, den du anschließend einfach wegwischen kannst.
Auch Granit ist nicht pauschal unempfindlich. Je nach Stein, Oberflächenbehandlung und Versiegelung kann eine Säure Schaden anrichten. Bei Naturstein verwendest du einen pH-neutralen Reiniger und ein weiches Tuch. Für bereits matte Stellen ist meist eine fachgerechte Steinaufbereitung nötig.
Bei Armaturen, Acryl, Kunststoff, lackierten Oberflächen, Silikon und Gummidichtungen testest du jedes Mittel vorsichtig. Lies die Pflegehinweise, bevor du eine vermeintlich harmlose Hausmischung ansetzt.
Hausmittel, die manchmal überschätzt werden
Backpulver und Natron
Backpulver und Natron lösen festen Kalk nicht so zuverlässig wie eine geeignete Säure. Als mildes mechanisches Hilfsmittel können sie bei einzelnen Verschmutzungen nützlich sein, aber sie ersetzen keine Entkalkung. Auf glänzenden Oberflächen können Körnchen feine Kratzer hinterlassen.
Natron und Essig zusammen
Die Mischung schäumt eindrucksvoll, neutralisiert sich aber zum großen Teil gegenseitig. Nach der Reaktion bleibt vor allem Wasser mit gelösten Stoffen zurück. Für eine gezielte Kalkentfernung ist es sinnvoller, ein passendes Mittel allein anzuwenden.
Zitronensaft
Zitronensaft kann leichte Kalkränder lösen. Er ist aber weniger genau dosierbar und enthält Fruchtbestandteile, die kleben können. Für einen einzelnen Wasserhahn ist ein Tuch mit verdünntem Zitronensaft eine Möglichkeit. Bei Geräten und dicken Belägen ist reine, vom Hersteller freigegebene Zitronensäure verlässlicher.
Cola
Cola ist sauer und kann leichte mineralische Ablagerungen anlösen. Sie enthält aber Zucker und Farbstoffe. Für Toilette und Armaturen ist ein geeigneter Reiniger einfacher, sauberer und besser dosierbar.
Heißes Wasser
Warmes Wasser hilft, Kalkseife und Fett zu lösen. Es löst festen Kalk aber nicht allein. Bei Zitronensäure im Wasserkocher darf die Lösung nicht aufgekocht werden.
Was niemals zusammen verwendet wird
Diese Regel gehört auf jede Kalkputzliste: Reinigungsmittel nicht miteinander mischen, wenn der Hersteller es nicht ausdrücklich vorsieht.
Besonders gefährlich sind:
- saurer Kalkreiniger mit chlorhaltigem Reiniger,
- WC-Reiniger mit Chlorreiniger,
- Essig oder Zitronensäure mit Bleichmittel,
- verschiedene starke Reiniger im selben Eimer.
Beim Kontakt von Säure mit Hypochlorit kann Chlorgas entstehen. Es reizt Augen, Schleimhäute und Atemwege und kann gefährlich werden. Wenn versehentlich eine solche Mischung entstanden ist, verlässt du den Raum, öffnest nur gefahrlos Fenster und rufst bei Beschwerden den Notruf oder eine Giftinformationszentrale.
Trage bei konzentrierten Entkalkern Handschuhe, lüfte und bewahre Flaschen außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Fülle Reiniger niemals in Getränkeflaschen um.
Wenn die Kalkschicht extrem dick ist
Bei jahrelangen Ablagerungen funktioniert ein einmaliges Auftragen oft nicht. Gehe dann in Etappen vor:
- Entferne lose Stücke vorsichtig mit einem Kunststoffschaber.
- Befeuchte die Oberfläche.
- Trage einen geeigneten Gel- oder Zitronensäure-Reiniger auf.
- Decke die Stelle bei einer säurefesten Fläche mit einem getränkten Tuch ab, damit sie nicht austrocknet.
- Prüfe nach zehn bis zwanzig Minuten eine kleine Stelle.
- Wische den weichen Belag ab und spüle gründlich.
- Wiederhole den Vorgang, statt stärker zu dosieren.
Bei Armaturen, Dichtungen und Beschichtungen verkürzt du die Einwirkzeit deutlich. Bei Toilette und säurefester Keramik kann das Produkt nach Anleitung länger wirken. Das Ziel ist, die Kruste schrittweise weich zu machen. Endloses Schrubben ist selten die bessere Lösung.
Neue Kalkablagerungen mit wenig Aufwand verhindern
Der einfachste Kalkschutz kostet kein zusätzliches Mittel: Wasser soll nicht auf der Oberfläche stehen bleiben und verdunsten.
- Ziehe die Duschwand nach dem Duschen mit einem Abzieher ab.
- Wische Armaturen und Ausläufe trocken.
- Lass Wasser nicht im Wasserkocher stehen.
- Reinige den Perlator, sobald der Wasserstrahl schwächer wird.
- Entferne Seifenreste zeitnah mit klarem Wasser.
- Trockne Badewannenränder und Profile.
- Nutze bei geeigneten Glasflächen eine vom Hersteller freigegebene Schutzpflege.
- Entkalke Geräte nach Anzeige oder Bedienungsanleitung, nicht erst bei einer dicken Schicht.
Tropfen an Duschkabine, Badewanne und Armaturen sollte man nach der Benutzung entfernen. Ein Abzieher für die große Fläche und ein Tuch für kleine Stellen sparen später viel Arbeit.
Eine Enthärtungsanlage oder ein Wasserfilter kann Kalk reduzieren, ist aber nicht für jede Wohnung wirtschaftlich. Bei Trinkwasserfiltern kommen außerdem Wartung und regelmäßiger Kartuschenwechsel hinzu. Für viele Haushalte ist die kurze Trockenroutine die einfachere Lösung.
Die passende Methode auf einen Blick
Wasserhahn und Chrom: milder Zitronensäure-Reiniger auf weichem Tuch, kurz einwirken lassen, sofort spülen und trocknen.
Perlator: abschrauben und etwa zehn Minuten in milder Zitronensäurelösung einlegen.
Duschkopf: abnehmen, kurz in geeigneter Zitronensäurelösung einweichen, gründlich durchspülen; Herstellerhinweise beachten.
Duschglas: Seifenfilm zuerst abwaschen, danach sauren Reiniger auf getränktes Tuch geben, kurz einwirken lassen und abziehen.
Keramik und Toilette: geeigneten sauren Reiniger nach Etikett verwenden; bei Urinstein Wasserstand senken und Vorgang wiederholen.
Wasserkocher: kalte oder lauwarme Zitronensäurelösung einwirken lassen, niemals aufkochen, anschließend mehrfach spülen.
Naturstein und Marmor: keine Säure; pH-neutralen Natursteinreiniger und weiches Tuch verwenden.
Kalkseife: zuerst Spülmittel und warmes Wasser, danach klar abspülen und erst dann geeignete Säure einsetzen.
Kalk wird nicht verschwinden, weil du stärker schrubbst. Er verschwindet, wenn du die Ablagerung passend zur Oberfläche weich machst, lange genug einwirken lässt und anschließend gründlich nachspülst. Bei empfindlichen Materialien ist die vorsichtige Methode wichtiger als die schnellste.
