Unsere kleine Herbst-Eimer-Liste

Der Herbst lädt fast dazu ein, große Pläne zu machen. Noch schnell in den Wald, unbedingt Kürbissuppe kochen, Drachen steigen lassen, Kastanien sammeln, Blätter pressen, ein Foto von den schönsten Farben machen. Und plötzlich fühlt sich die gemütlichste Jahreszeit an wie eine weitere Liste, die abgearbeitet werden muss.

Unsere Herbst-Eimer-Liste soll genau das nicht sein.

Sie ist eher ein kleiner Vorrat an Vorfreude. Eine Sammlung von Ideen für Tage, an denen wir denken: Heute wäre doch ein guter Herbsttag dafür. Manche Dinge dauern zehn Minuten. Andere füllen einen ganzen Nachmittag. Einiges klappt nur bei Sonne, anderes gerade dann, wenn es draußen nieselt. Und wenn am Ende nur drei Ideen angekreuzt sind, war es trotzdem ein schöner Herbst.

Die beste Eimer-Liste ist nicht die, die vollständig abgehakt wird. Es ist die, die uns immer wieder daran erinnert, wie viel Schönes gerade schon vor der Tür liegt.

So benutzen wir unsere Herbstliste

Wir schreiben nicht alles auf einen riesigen Plan. Meist liegt die Liste lose in der Küche oder steckt am Kühlschrank. Manchmal sagt jemand am Frühstückstisch: „Heute hätten wir Lust auf Draußen.“ Dann schauen wir nach einer Idee, die zum Wetter passt. An anderen Tagen bleibt sie einfach liegen.

Das nimmt der Liste den Druck. Sie ist keine Verpflichtung, sondern ein Vorschlag. Ein bisschen wie ein Glas mit kleinen Zetteln: Wir dürfen einen ziehen, müssen aber nicht.

Kleine Herbstmomente, auf die wir uns freuen

Die Ideen sind bewusst bunt gemischt. Beim Lesen springt man vom Laubhaufen zur Suppe, vom Abendspaziergang zum Büchereibesuch. Genau so fühlt sich Herbst für uns an: draußen windig, drinnen warm, mal voller Bewegung, mal einfach nur langsam.

Kleine HerbstideeSo wird daraus ein schöner Moment
Kastanien sammelnNicht mit dem Ziel, besonders viele zu finden. Eine Handvoll reicht, wenn sie später in einer Schale auf dem Tisch landet.
Pilze fotografierenIm Wald nach Farben, Formen und kleinen Welten schauen. Wir fotografieren Pilze nur und lassen sie stehen.
Kürbissuppe kochenDen Kürbis aufschneiden, den Duft von Zwiebeln und Gewürzen genießen und dazu gutes Brot essen.
Drachen steigen lassenEinen windigen Nachmittag wählen, eine freie Fläche suchen und damit rechnen, dass der Drachen nicht sofort fliegt. Gerade das gehört dazu.
Blätter pressenEin schönes Blatt zwischen Papierseiten legen und vergessen, bis es einige Tage später wieder auftaucht.
Durch Laub laufenNicht daran vorbeigehen. Einmal bewusst mitten hindurchgehen und hören, wie es raschelt.
Heißen Apfelsaft trinkenMit Zimt, einer Orangenscheibe oder einfach pur, nach einem Spaziergang oder mit einer Decke auf dem Sofa.
Ein Fenster für den Herbst öffnenZehn Minuten mit einer Tasse Tee am offenen Fenster sitzen und Regen, Wind oder Blätter beobachten.
Eine Pfützenrunde machenGummistiefel anziehen, auch wenn es nur um den Block geht. Die Pfützen suchen sich dann fast von allein.
Die erste Kerze anzündenNicht erst warten, bis alles dekoriert ist. Eine Kerze, ein Abendessen und ein freier Tisch reichen.
Äpfel verarbeitenApfelmus, Crumble, kleine Ofenäpfel oder einfach Apfelspalten mit Zimt machen.
Eine Bücherei-Runde drehenJede Person sucht ein Buch aus, das sich nach Herbst anfühlt – egal, ob es ein Roman, ein Sachbuch oder ein Bilderbuch ist.
Sonnenuntergang anschauenIm Herbst wird es früher dunkel. Das ist auch eine Einladung, den Abendhimmel nicht zu verpassen.
Eine Mini-Schatzsuche vorbereitenDrei Hinweise auf Papier schreiben und sie im Garten, in der Wohnung oder im Park verstecken.
Morgentau suchenSpinnweben, Grashalme und Blätter wirken morgens manchmal wie mit kleinen Perlen überzogen.
Suppe verschenkenEinen Topf mehr kochen und jemandem eine Portion vorbeibringen, der sich darüber freuen könnte.
Im Regen spazieren gehenNicht auf besseres Wetter warten. Nachher ist der Tee zu Hause umso besser.
Herbstblätter in ein Glas stellenEin paar Zweige oder Blätter vom Boden sammeln und sie wie Blumen behandeln.
Ein Wohnzimmer-Picknick machenDecke auf den Boden, Obst, Brot, kleine Snacks und keine perfekte Tischordnung.
Nach Tierspuren schauenVogelfedern, angeknabberte Nüsse, Schneckenspuren oder Pfotenabdrücke im weichen Boden suchen.
Ein Hörspiel-AbendKissen aufschütteln, Licht dimmen und gemeinsam zuhören, ohne gleichzeitig noch etwas anderes zu machen.
Zwiebeln fürs Frühjahr setzenMit dem Gedanken in die Erde legen, dass daraus irgendwann eine kleine Überraschung wird.
Marmeladenglas-Laternen machenEin vorhandenes Glas mit Papier, Blättern oder einem Band verschönern und ein LED-Licht hineinstellen.
Tee nach draußen mitnehmenAuch wenn es kühl ist: zehn Minuten auf Balkon, Terrasse oder vor die Haustür setzen.
Kastanientiere bauenZahnstocher, Kastanien und ein bisschen Fantasie reichen. Nicht schön? Umso besser.
Ein Foto ausdruckenEin Sommerfoto auswählen und aufhängen, während draußen der Herbst beginnt.
Blätter-Farben sammelnEinen kleinen Umschlag mit Gelb, Rot, Braun und Grün füllen – nicht ausreißen, sondern gefallene Blätter nehmen.
Eine Feierabendrunde im Dunkeln machenMit Taschenlampe oder auf beleuchteten Wegen eine kurze Runde gehen und die Geräusche der Stadt oder des Dorfes hören.
Ofengemüse machenKartoffeln, Möhren, Kürbis und Zwiebeln aufs Blech legen, während die Küche langsam warm wird.
Eine Regentag-Playlist hörenNicht als Hintergrundrauschen, sondern mit einer Decke und Zeit.
Kleine Kürbisse bemalenMit Stiften statt Schnitzmesser – unkompliziert, auch für einen kurzen Nachmittag.
Eine Wolldecke wiederfindenDie Decke vom letzten Herbst aus dem Schrank holen, lüften und den ersten Sofaabend damit feiern.
SterneguckenKein großes Astronomieprogramm: einfach hinausgehen, einen hellen Stern suchen und ein paar Minuten still sein.
Herbstliche Post verschickenEine Karte oder einen kleinen Brief schreiben, vielleicht mit einem gepressten Blatt als Gruß.
Ein Lieblingsgericht aus der Kindheit kochenDas kann Milchreis, Kartoffelsuppe, Pfannkuchen oder etwas ganz anderes sein. Hauptsache, es wärmt von innen.
Ein Baum-Besuchsprojekt beginnenEinen Baum in der Nähe auswählen und ihn im September, Oktober und November immer wieder anschauen.
Eine Tüte mit Samen findenAlte Saatgutreste sortieren, Blütenstände anschauen und vielleicht ein Tütchen fürs nächste Jahr beschriften.
Eine Deckenburg bauenWeil sie im Herbst irgendwie noch besser funktioniert als im Sommer.
Einen kleinen Laubhaufen machenNicht jeden Winkel sofort aufräumen. Ein geschützter Haufen darf im Garten auch einfach liegen bleiben.
Brot backen oder Brötchen aufbackenDer Duft allein genügt oft schon als Herbstplan.

Drei kleine Dinge, die die Liste noch leichter machen

Für viele Ideen braucht es gar nichts außer Zeit und ein bisschen Offenheit. Das ist uns wichtig. Ein Waldspaziergang wird nicht besser, weil wir vorher viel Ausrüstung kaufen. Eine Suppe braucht keine neue Schale. Und Blätter lassen sich auch zwischen zwei Büchern pressen.

Wenn ihr dennoch etwas anschaffen möchtet, dann nur, weil ihr es wirklich oft nutzen würdet. Ein einfacher Drachen für windige Herbsttage kann viele Jahre mitkommen. Eine kleine Blätter- oder Pflanzenpresse ist schön, wenn das Sammeln und Gestalten regelmäßig Freude macht. Und für Abendrunden kann eine vorhandene oder kleine Taschenlampe den Weg vor der Haustür plötzlich abenteuerlicher machen.

Aber die Liste funktioniert genauso gut mit einem Papierbeutel, einer alten Keksdose, einem Glas aus dem Schrank und der Lieblingsdecke vom Sofa.

Wenn der Herbst anders läuft als geplant

Manchmal regnet es genau dann, wenn der Drachen bereitliegt. Manchmal sind alle müde, wenn die Kürbissuppe auf dem Plan steht. Und manchmal ist der Herbst plötzlich schneller vorbei, als man dachte.

Vielleicht wird dann aus dem Drachensteigen ein Fenstertag mit Tee. Aus der Waldwanderung ein Abend mit einem Naturbuch. Aus dem großen Bastelprojekt ein Blatt im Notizbuch.

Wenn es gerade so ist …Dann passt vielleicht …
Draußen ist es nass und grauHörspiel, Suppe, Deckenburg, Blätter pressen oder Karten schreiben
Ihr habt nur zehn MinutenTee draußen, eine Kastanie suchen, eine Kerze anzünden oder einmal um den Block gehen
Alle brauchen BewegungPfützenrunde, Laubhaufen, Drachen, Ball im Park oder ein schneller Tanz in der Küche
Alle sind müdeVorlesen, Ofengemüse, Sternschauen aus dem Fenster oder einfach gemeinsam auf dem Sofa sitzen
Der Tag ist überraschend sonnigPicknick, Herbstfoto-Runde, Baum besuchen oder Blätterfarben sammeln

Unsere kleine 10er-Liste zum Aufhängen

Wenn dir die große Sammlung zu viel ist, nimm nur diese zehn Ideen als Start. Sie passen auf einen Zettel am Kühlschrank und sind absichtlich nicht anspruchsvoll.

  1. Kastanien sammeln. 
  2. Kürbissuppe kochen. 
  3. Bei Regen spazieren gehen. 
  4. Ein Blatt pressen. 
  5. Einen Sonnenuntergang anschauen. 
  6. Einen Tee draußen trinken. 
  7. Ein Hörspiel mit Decke hören. 
  8. Drachen steigen lassen. 
  9. Pilze fotografieren, aber stehen lassen. 
  10. Eine Abendrunde im Dunkeln machen.

Vielleicht bleibt der Zettel den ganzen Herbst hängen. Vielleicht fällt uns an einem Dienstag plötzlich Punkt sieben ein. Vielleicht wird aus einer einzigen Sache ein Lieblingsritual.

Der Herbst muss nicht spektakulär sein, um in Erinnerung zu bleiben. Oft sind es genau diese kleinen Dinge: kalte Finger um eine warme Tasse, Kastanien in der Jackentasche, das Geräusch von Laub unter Schuhen und der Blick nach draußen, wenn es früher dunkel wird.

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